Kategorie: ALSi

SKILLQUBE beendet Produktvertrieb von iSimulate


 

Wiesloch, 01. Januar 2018

Skillqube legt mit dieser Entscheidung den Grundstein zu einer neuen strategische Ausrichtung um der Marktnachfrage zu Gesamtlösungen für medizinischen Simulationstechnologien gerecht zu werden. „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der vergangenen fünf Jahre war ein bahnbrechender Erfolg, als dessen Ergebnis die technologische Transformation im Bereich der medizinischen Simulation angesehen werden kann. Umfassende Kundenevaluationen haben bestätigt, dass durch den Einsatz smarter Technologien eine deutliche Erhöhung des Kundennutzens erreicht werden kann“ so Georg Hirsch COO von Skillqube. Eine besonders hohe Nachhaltigkeit konnte bei Kunden erzielt werden welche Technologien im Gesamtkonzept, bestehend aus Beratung, Schulung- und Servicedienstleistungen durch Skillqube eingeführt haben. Diese Erfüllung der Kundenbedürfnisse wird fortan durch gezielte Produktentwicklung weiter gestärkt. Bereits im März 2018 werden neue deutlich erweiterte Soft- und Hardwarelösungen durch Skillqube vorgestellt, deren Realisation auf Basis umfangreicher Kundenevaluationen erfolgt.
Training, Simulation, Technologien – das sind die drei Säulen der Skillqube GmbH.
2013 in Wiesloch, der Metropolregion Rhein-Neckar gegründet, bietet das Unternehmen ein breites Leistungsspektrum im Bereich der notfallmedizinischen Aus- und Weiterbildung zur Mitarbeiterentwicklung. Als größtes Training Center der American Heart Association (AHA) bildet Skillqube nicht nur aus, sondern unterstützt auch bei der Gründung und dem Betrieb von AHA Training Sites. Darüber hinaus ist Skillqube exklusiver Vertriebspartner führender Produkte zur medizinischen Simulation in der DACH Region. Skillqube realisiert zudem videogestützte Simulationstrainings auf höchstem Niveau.


Übergabe der ALSi an die DRK LS RLP

DRK Landesschule Rheinlandpfalz setzt auf iSimulate


 

Die DRK Landesschule arbeitet mit 12 ALSi Systemen und standardisierten Szenarien!

Seit dem 01.08.2016 wird bei der DRK Landesschule Rheinlandpfalz an allen Standorten mit dem ALSi von iSimulate unterrichtet. Mit dem System kann eine noch realitätsnähere Ausbildung für alle Schülerinnen und Schüler in der Notfallsanitäter Ausbildung ermöglicht werden. Denn diese erhalten alle Vitaldaten nach einem verblüffend echten und physiologischen Muster mit Trend-Zeiten und realen EKG Bildern.

Weiterhin ist das System kompatibel mit allen Reanimationstrainern, Simulatoren sowie echten Darstellern. So können die Dozenten beispielsweise mit realen Darstellern einen Herzinfarkt simulieren und müssen nichtmehr auf eine Reanimations- oder Pflegepuppe zurückgreifen, was die Realität in dem Szenario deutlich erhöht.

Die Landesschule in Rheinlandpfalz greift zudem auf die Expertise von Skillqube zurück und lässt alle vorhandenen Szenarien überarbeiten und standardisiert programmieren. Alle Szenarien wurden so nach den festgelegten Rheinlandpfälzischen Algorithmen erstellt. Dadurch wird sichergestellt, dass im Training genau die Anforderungen trainiert werden welche im späteren Berufsleben gefordert sind. Jedes Szenario wird mit einer Einsatzmeldung und wichtigen Handlungsvorgaben für den Dozenten erstellt. Zudem  umfassen die Szenarios Medikamentenpläne, Arztbriefe, ärztlich lektorierte und ausgewertete 12-Kanal EKG Bilder sowie einem Einsatzfax.

Die Programmierung erfolgt evidenzbasiert unter Angabe der wissenschaftlichen Quellen, wie beispielsweise den Handlungsvorgaben des European Resuscitation Council (ERC) und der American Heart Association (AHA) oder den S3 Trauma Leitlinien. Die Dozenten werden durch das Vorprogrammierte Szenario deutlich entlastet. Sie können sich mehr auf das Fallszenario konzentrieren und wichtige Details für das Debriefing erfassen. Alle Maßnahmen können zudem vom Dozenten mit einem „Klick“ dokumentiert werden und stehen später im Logbuch zur Auswertung zur Verfügung. Dieses kann auch für eine Dokumentation abgespeichert werden, was beispielsweise bei der Prüfung zum Notfallsanitäter von Relevanz ist.

Neben der DRK Landesschule Rheinlandpfalz nutzen auch die DRK Landesschulen in Baden-Württemberg sowie Nordrheinwestfalen und Schleswig-Holstein das ALSi System von iSimulate und garantieren so eine hochwertige und einheitliche Ausbildung.

Wir wüschen allen Lehrkräften und Schülern der DRK Landesschule in Rheinlandpfalz viel Spaß bei der Anwendung und dem Training mit dem ALSi.

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iSimulate Team ERC Kongress 2016

ERC Kongress 2016


 

Die SKILLQUBE präsentierte iSimulate während des Kongress des Europäischen Wiederbelebungsrates (ERC) am 24. und 25. September 2016 in Reykjavik auf Island. 750 Teilnehmer aus ganz Europa trafen sich zum Kongress welcher unter dem Fokus der Lehre zur Implementierung der 2015 veröffentlichten Reanimationsrichtlinien stand. Im kommenden Jahr wird der ERC Kongress in Freiburg (Breisgau) und somit in Deutschland statt finden. Wir freuen uns auf das Heimspiel 2017!

iSimulate ERC Kongress 2016  iSimulate ERC Partner


iSimulate Telstra Business Award

iSimulate erhält Telstra Award


 

Am 26. August 2016 erhielt iSimulate während der nationalen Endausscheidung der Telstra Business Awards in Melbourne (Australien) den Preis in der Kategorie Micro Business Award. iSimulate ist somit eines der erfolgreichsten jungen Unternemen in Australien 2016. Hervorgehoben wurden insbesondere die innovative kundenorientierte Produktentwicklung und der Aufbau der weltweiten Vertriebsstruktur welche in Europa maßgeblich durch die SKILLQUBE GmbH realisiert wurde.

Die Telstra Business Awards haben in Australien höchste Anerkennung für die aktuellen Leistungen eines Unternehmens und eröffnen auch die Möglichkeit für weitere Entwicklungen in der Zukunft. In ihrem 24. Jahr sind die Telstra Business Awards Auszeichnungen bekannt für den unternehmerischen Geist der glänzendsten australischen Unternehmen im klein- und mittelständischen Bereich (KMUs). Der Beurteilungsprozess für die Telstra Business Awards wurde über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt und ermöglicht den Richtern eine gründlich Bewertung der Nominierungen und der Auswahl der Finalisten.

 

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ALSi von iSimulate

iSimulate Workshop in Pfalzgrafenweiler


 

Standardisierte Fallbeispiele mit ALSi von iSimulate programmieren und anwenden!

Am 16. Juli war die SKILLQUBE GmbH an der DRK Landesschule Baden-Württemberg in Pfalzgrafenweiler zu Gast. Im Rahmen des Praxisanleitertreffens der Landesschule wurde ein Workshop durchgeführt der die Verwendung und Bedienung des ALSi von iSimulate verbessern soll. Denn immerhin setzt die Landesschule 13 Systeme an ihren Standorten in Baden-Württemberg ein.

Neben Erläuterungen zum Bediener- und Monitormodus, mit seinen 5 unterschiedlichen Ansichten, wurden auch Systemdetails wie Änderung der Kurvenfarben oder das Einstellen der Pacer-Schwelle vorgestellt, welche über die Grundeinstellungen des ALSi vorgenommen werden können. Der Fokus lag allerdings in der Programmierung von Fallbeispielen. Die Dozenten nutzen ihre standardisierten Fallbeispiele als Vorlage und programmierten diese in die ALSi Software. Besonders das Einbinden von eigenen Bildern und Videos in die Fallbeispiele gefiel den Teilnehmern sehr, denn so können das Einsatzfax, Bilder von realen Patienten oder Videos vom Eintreffen an der Einsatzstelle in die Simulation eingebunden werden.

Die Dozenten der Landesschule erlernten die Grundkenntnisse um eigene Fallbeispiele detailliert zu erstellen und haben somit die Möglichkeit, eine einheitliche Ausbildung an allen Standorten gewährleisten zu können. Denn die Fallbeispiel- Übertragung ermöglicht die Weitergabe an jegliche iPads, welche mit der ALSi- Bedienersoftware ausgestattet sind. Diese ist kostenlos im App Store verfügbar.

Ein detailliertes und gut vorbereitetes Fallbeispiel erleichtert dem Dozenten die Durchführung der praktischen Simulation enorm. Neben der Einheitlichkeit gibt es dem Trainer einen roten Faden vor und folgt dem gewünschten Ablauf selbstständig. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit des Eingreifens, womit Änderungen der Vitalwerte zugelassen und sogar erwünscht sind. Der Dozent muss während des Fallbeispiels nicht mehr nach Rhythmusbildern suchen und kann seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Teilnehmer lenken. Für das spätere Debriefing wurde die Logbuchfunktion des Systems vorgestellt, welche die Vitalwerte und Änderungen, sowie Notizen des Dozenten speichert.

Um das im Workshop gelernte weiter zu vertiefen, empfiehlt es sich das CRM Instruktoren Seminar von iSimulate in Zusammenarbeit mit InPASS zu besuchen. In diesem werden alle Funktionen des Systems ausführlich erklärt und angewendet. Um jedoch den Lernerfolg und die Selbstreflexion des Schülers oder Teilnehmers zu fördern, ist eine effektive Nachbesprechungen (Debriefing) notwendig. Diese Komponente kommt mit unserem Partner InPASS in den Kurs, welche die Grundlagen und Techniken für eine moderierte Nachbesprechung vermitteln. Neben Prinzipien des Erwachsenenlernens werden auch die Human Factors und Crew Resource Management (CRM) behandelt.

 

Weitere Informationen zum CRM Instruktorenseminar


Berufsfeuerwehr Hamburg

Was ist Clinical Reasoning?


 

Clinical Reasoning ist der elementarste Bestandteil einer jeden modernen Patientenversorgung. Dennoch ist dieser Begriff im medizinischen Alltag und in der Lehre kaum bekannt. Der in der Juli Ausgabe der Zeitschrift Rettungsdienst publizierte Artikel soll auf verständliche Weise beleuchten, was sich hinter dem Begriff Clinical Reasoning verbirgt und Denkanstöße liefern, Clinical Reasoning in der Lehre gezielt zu fördern, um es als instrument zur Verbesserung des Lernerfolgs gezielt zu nutzen.

Was ist Clinical Reasoning?

Für die Wortkombination „Clinical Reasoning“ gibt es kein eindeutig entsprechendes deutsches Gegenstück, daher ist es sinnvoll, sie in der Originalsprache zu belassen. Die inhaltliche Bedeutung der Wortkombination wird mit der freien Übersetzung „klinische Beweisführung“ deutlich. Doch was ist damit gemeint? Konkret geht es um alle Gedankenabläufe und Entscheidungsfindungen des medizinischen Personals, die während der Untersuchung und Behandlung eines Patienten stattfinden und die Patientenbehandlung beeinflussen. Dieser Satz klingt einfach und beschreibt dennoch komplexe und umfassende Vorgänge (1, 11). Im Prozess des Clinical Reasoning (Abb. 2) werden ab dem ersten Kontakt mit einem Patienten, unter Zuhilfenahme evidenzbasierter Leitlinien und Algorithmen, Informationen gesammelt. Diese führen zu zielgerichteten und wissenschaftlich fundierten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mit einem im Idealfall besseren Patientenoutcome. Gute CR-Strategien unterstützen den Behandlungsprozess, um einem Patienten eine der individuellen Situation angepasste, leitliniengerechte Versorgung zukommen zu lassen (1).

Abb. 2: Prozess und Bestandteile des Clinical Reasoning

Abb. 2: Prozess und Bestandteile des Clinical Reasoning

Jeder praktiziert Clinical Reasoning

Obwohl der Begriff im deutschen Sprachgebrauch nicht oft vorkommt, dürfte der vorweg beschriebene Prozess jeder handelnden medizinischen Fachkraft bekannt sein (Abb. 3). Aus gelerntem Fachwissen, den Eindrücken des aktuellen Patientenzustandes sowie einem über die Berufslaufbahn erworbenen Erfahrungsschatz treffen Fachkräfte mit langjähriger Erfahrung zügig passende Behandlungsentscheidungen und legen entsprechende, auf die Situation zugeschnittene Prioritäten fest. Sie haben sich mit der Zeit angeeignet, bestimmte auftretende Muster wiederzuerkennen und nach ihnen zu handeln (12). Die hiermit in Zusammenhang stehenden Handlungsabläufe finden häufig unbewusst statt. Demgegenüber stehen diejenigen, die bisher nur wenig Erfahrung in der Patientenversorgung sammeln konnten: Medizinstudenten, angehende Pflegefachkräfte und Auszubildende zum Notfall- oder Rettungssanitäter. Ihnen stehen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn das erworbene Fachwissen aus der theoretischen und praktischen Ausbildung und die Eindrücke des aktuell zu versorgenden Patienten zur Verfügung. Ihnen mangelt es zunächst an praktischen Erfahrungen in der Patientenversorgung und damit an kognitiven Mustern und „Paradebeispielen“. Dies führt dazu, dass sie Informationen über den Patienten bewusster mit dem gelernten Wissen abgleichen und – hierdurch bedingt – Entscheidungen bewusster treffen. Dieser Vorgang dauert in der Tendenz länger und bringt eine größere Anzahl an unpräziseren Verdachtsdiagnosen hervor (2).

Das Lernen beginnt nach der Ausbildung

Vermutlich haben viele von uns am Ende ihrer Ausbildung schon Sätze gehört wie „Jetzt geht das Lernen erst richtig los“ oder „Der Rest kommt dann mit der Zeit“. Woher kommen solche Aussagen? Es ist zu vermuten, dass den Ausbildungsabsolventen – seien es nun Ärzte, Pflegekräfte oder Notfallsanitäter – ein wichtiger Teil zum souveränen Clinical Reasoning fehlt, nämlich berufliche Erfahrung in ihrer jeweiligen Tätigkeit und die Fähigkeit, wiederkehrende Muster zu erkennen. Es stellt sich die Frage, inwieweit es uns heute gelingt, den Lernenden während ihrer Ausbildungszeit ausreichend Handlungs- und vor allem Entscheidungskompetenz für ihren Berufsalltag zu vermitteln (Abb. 3).

Abb. 3 Berufliche Handlungskompetenz

Abb. 3 Berufliche Handlungskompetenz

Aufgrund fehlender Forschungstätigkeit in dieser Disziplin liegen für den Rettungsdienst zumeist keine evidenten Zahlen vor. Für die ärztliche Ausbildung kann konstatiert werden, dass sich 65 bis 75% der Medizinstudenten nicht gut auf ihren Beruf vorbereitet fühlen (3, 4). Wie können wir den Studierenden und Auszubildenden bewusste Erfahrungen ohne jahrelange Berufspraxis ermöglichen und somit Sicherheit im Clinical Reasoning schaffen? Das Ziel ist, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern und die Patientensicherheit zu erhöhen.

Clinical Reasoning Education (CRE)

Die Grundlage der Ausbildung in diesem Bereich ist die Kenntnis der aktuell evidenzbasierten Behandlungsmethoden und Algorithmen. Diese grundlegenden Komponenten müssen zwingend vermittelt und gelernt werden. Das zentrale Element, um Clinical Reasoning zu vermitteln, besteht darin, die unbewusste Bildung von wiederkehrenden Mustern und Abläufen den Studenten und Auszubildenden bewusst zu machen. Gedanken sollen sichtbar und nachvollziehbar werden (10). Dies kann zum einen durch eine Verbalisierung durch den Lernenden erfolgen, indem er seine Gedanken laut ausspricht. Zudem können z.B. Mind Maps helfen, Gedanken und Verknüpfungen zu visualisieren und auf diese Weise für andere sichtbar werden zu lassen.

Entscheidend sind Anregungen und Aufforderungen des Trainers. Mit den richtigen Fragen an der richtigen Stelle („Was denkst du über diesen Sachverhalt?“, „Was verwundert dich?“ und immer wieder die Frage nach dem „Warum …?“) ermöglicht er es dem Lernenden, sich über seine eigenen Vorgehensweisen am Patienten bewusst zu werden. Ist sich der Student oder Auszubildende seines Handelns bewusst, kann er universelle Muster entwickeln und diese in weiteren Szenarien anwenden. Durch diese Vorgehensweise entsteht tiefes Lernen mit einer nachhaltigen Sicherheit für die berufliche Realität.

CRE umsetzen

Es gibt viele Möglichkeiten und Methoden, Clinical Reasoning zu erlernen. An dieser Stelle sollen einige der derzeit an Lehrkrankenhäusern, Krankenpflegeschulen und Lehrrettungswachen praktizierten Methoden betrachtet werden.

Lernen am echten Patienten ➜

Diese Möglichkeit wird Medizinstudenten phasenweise während des Studiums und im praktischen Jahr gegeben. Auszubildende im Rettungsdienst und der Krankenpflege bekommen während ihrer Praktika in der Klinik und am Einsatzort Kontakt zu echten Patienten. An realen Fällen zu lernen, hat grundsätzlich das größte Potenzial, CR-Fähigkeiten auf die eigene Arbeitsweise zu transferieren. Es bringt dem Lernenden zusätzliche Motivation, einen Einblick in sein berufliches Umfeld zu bekommen und wird von vielen explizit gewünscht (7). Die Komplexität eines echten Falles birgt mit seinen vielen Variablen jedoch auch die Gefahr, einen Lernenden zu überfordern und den Patienten zu gefährden. Um Clinical Reasoning nachhaltig zu erlernen, muss der behandelte Fall zeitintensiv und damit kostenintensiv aufgearbeitet werden. Dies kann im heutigen Alltag des Gesundheitswesens mit strenger finanzieller Reglementierung, hoher Arbeitsbelastung und Personalknappheit in allen Sektoren nur unter großer Anstrengung ermöglicht werden.

Lernen in der Simulation ➜

Simulation entschärft die Situation, die Lehre in das Arbeitsumfeld zu integrieren. In der Simulation werden mit verschiedenen Mitteln Fälle dargestellt und von den Lernenden unter Beobachtung der Instruktoren – idealerweise ohne deren Eingreifen – abgearbeitet. Inzwischen erkennen immer mehr Kliniken und Rettungsdienste den Wert von Simulation in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und lassen ihre Mitarbeiter und Auszubildenden am Simulator lernen (5). Simulation nach aktuellen Standards, unbeachtet ob in situ oder nicht, bietet ideale Möglichkeiten zur Falldarstellung. Hier können nicht nur durch die in der Simulation dargestellten Sachverhalte, sondern in erster Linie durch ein gezieltes und professionelles CR-Debriefing die Fertigkeiten der Teilnehmer verbessert werden. Gute Simulation erfordert einen hohen Aufwand und die Konkurrenz zu anderen Lerngebieten ist groß. Human Factors und Crisis Resource Management können im Debriefing sehr gut behandelt werden. Leider wird derzeit auch noch zu oft wertvolle Simulationszeit für das reine Skillstraining aufgewandt.

Lernen am virtuellen Patienten ➜

Es ist dahingehend eine Entwicklung zu spüren, dass Clinical Reasoning mit dafür speziell programmierten Software-Lösungen trainiert wird. Die Nutzung virtueller Patienten ist der konventionellen Simulation gleichgestellt (6). Sie bringt messbaren Nutzen im Hinblick auf die Kosteneffizienz und die Verbesserung der CR-Fertigkeiten (9) (Abb. 4).

Abb. 4: Patienten-Simulations-Software

Abb. 4: Patienten-Simulations-Software

Derzeit werden verschiedene Ansätze entwickelt. Ein verfügbares System, das u.a. das „Seal of Excellence“der Europäischen Kommission im Jahr 2016 verliehen bekommen hat, ist Body InteractTM (14). Diese Lösung stellt einen virtuellen Patienten und seinen gesundheitlichen Zustand anhand eines simulierten physiologischen Modells dar. Die Lernenden haben die Möglichkeit, Anamnese, Diagnostik und Therapie in Echtzeit durchzuführen. Durch die spielerischen und gruppendynamischen Aspekte entwickelt der Lernende zudem eine hohe Lernmotivation. Der Ausbilder hat die Möglichkeit, die Simulation jederzeit zu unterbrechen und damit die Dynamik des Falles zu kontrollieren. So können die einzelnen Schritte des CR über Informationssammlung bis zur Therapie gemeinsam erarbeitet werden. Durch die hohe Teilnehmerakzeptanz (7) und gezielte Fragestellungen seitens des Ausbilders wird das Unterrichtsgespräch gefördert und die Überlegungen der Teilnehmer werden kommuniziert und nachvollziehbar gemacht (10). Aus der weitergehenden Reflexion vieler Fälle eines vergleichbaren Themas und der immer weiter angewandten Abstraktion entstehen nach und nach die Muster und die Entscheidungsfähigkeit, die im Beruf den Anfänger vom Profi unterscheiden (13). Dies ist der Punkt, an dem simulierte Patienten eindeutig helfen, die Unsicherheit beim Schritt in das Berufsleben zu reduzieren (9). Die Clinical-Reasoning-Education-Software erfordert vom Lehrenden Verständnis der CR-Grundlagen. Dem Teilnehmer muss die Lernmethode eindeutig kommuniziert werden. Geschieht dies nicht, wird er wahrscheinlich in seiner Erwartungshaltung, ein Fallszenario zu erleben und im Anschluss eine Bewertung zu erhalten, enttäuscht werden. Es kommt nicht darauf an, eine Situation real zu erleben, sondern sie anhand ihrer realitätsrelevanten Aspekte zu analysieren. Dies erfordert, dass Ausbilder und Lernender die Herausforderung annehmen, neue Unterrichtsansätze sowie -methoden zu erlernen und anzuwenden. Durch den Wandel der medizinischen Ausbildung mit Modellstudiengängen in der Medizin und mit dem neuen Berufsbild des Notfallsanitäters ergeben sich durch solche innovativen Ansätze Chancen, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.

Denken Sie bewusst!

Clinical Reasoning ist uns wenig bewusst, aber im Grundgedanken schon aktuell ein Teil unserer Arbeit als medizinische Fachkräfte. Dass die derzeitige Ausbildung im medizinischen Bereich stellenweise Schwächen aufweist und unerfahrene Ärzte und Notfallsanitäter mit großen Unsicherheiten in ihren Beruf starten, lässt sich kaum bestreiten. Hieraus ergibt sich ein klarer Bedarf, Ausbildungsstrategien und -ziele anzupassen. Die Fragestellung hinter jeder Maßnahme  muss lauten: Wie erreiche ich eine Handlungs- und Entscheidungskompetenz des Lernenden?

In der Entwicklung der letzten Jahre ist festzustellen, dass diese Erkenntnis langsam wächst und damit auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden können. In puncto Umsetzung und Machbarkeit im Unterricht scheinen virtuelle Patienten derzeit viele Vorteile zu bieten. Dieser Ansatz zeigt sich zudem als effektive und gleichzeitig effiziente Lehr- und Lernmethode. Letztendlich sollten wir flächendeckend zu der Erkenntnis gelangen, dass Clinical Reasoning ein bewusster Vorgang in der Patientenversorgung sein muss – begründet auf sicheren Erkenntnissen der Forschung, einer guten Ausbildung und reflektierten Erfahrungen. Denn im Zentrum sollte immer die Frage stehen: Warum genau mache ich genau jetzt genau das?

RETTUNGSDIENST – Zeitschrift für Präklinische Notfallmedizin
39. Jahrgang l Nr. 7 l Juli 2016 l S. 16 – 19
Autoren: Philipp Güttinger, Georg Hirsch, Lukas Schmitt

Hier den gesamte Artikel herunterladen: Sonderdruck_Clinical_Reasoning_SKILLQUBE

 

Literatur:

1. Klemme B, Siegmann G (2014) Clinical Reasoning: Therapeutische Denkprozesse lernen. 2. Aufl. Thieme, Stuttgart
2. Bowen JL (2006) Educational strategies to promote clinical diagnostic reasoning. New England Journal of Medicine 355 (21): 2217-2225
3. Ochsmann E, Drexler H, Schmid K (2010) Berufseinstieg bereitet vielen Absolventen Probleme. Deutsches Ärzteblatt 107 (14): 654-655
4. Federkiel G (2014) Auswertung der Befragung von Studierenden. Centrum für Hochschulentwicklung. Thieme, Stuttgart, Eberhard Karls Universität, Tübingen. Web: http://www.che.de/downloads/Medizinstudium20_Auswertung_Befragung_1102.pdf zuletzt abgerufen am: 16. Juni 2016
5. St. Pierre M, Breuer G (2013) Simulation in der Medizin – Grundlegende Konzepte – Klinische Anwendung. Springer, Berlin, Heidelberg
6. Duff E, Miller L, Bruce J (2016) Online virtual simulation and diagnostic reasoning: A scoping review. Clinical Simulation in Nursing 12 (9): 377-384
7. Oliven A, Nave R, Hasson-Gilad DR, Baruch A (2013) Medical students’ views on the use of virtual patients for teaching and assessment of clinical knowledge and reasoning. Harefuah 152 (5): 257-61, 310. Hebrew. PubMed PMID: 23885447
8. Maldonado R (2011) The use of multimedia clinical case scenario software in a problem-based learning course: impact on faculty workload and student learning outcomes. J Physician Assist Educ 22 (3): 51-5. PubMed PMID: 22070066
9. Forsberg E, Ziegert K, Hult H, Fors U (2016) Assessing progression of clinical reasoning through virtual patients: An exploratory study. Nurse Education in Practice 16 (1): 97-103
10. Delany C, Golding C (2014) Teaching clinical reasoning by making thinking visible: an action research project with allied health clinical educators. BMC Med Educ 14: 20. doi: 10.1186/1472-6920-14-20
11. Jones M (1997) Clinical reasoning: the foundation of clinical practice. Part 3. Australian Journal of Physiotherapy 43 (4): 6
12. Rogers JC (1983) Eleanor Clarke Slagle Lectureship 1983; clinical reasoning: the ethics, science, and art. American Journal of Occupational Therapy 37 (9): 616
13. Dreyfus S (2004) The Five-stage Model of Adult Skill Acquisition. Bulletin of Science Technology & Society 24 (3): 177-183
14. European Comission (2016) project proposal 697403/Body Interact/SME Instrument, Horizon 2020 – EU framework programme for research and innovation 2014 – 2016, Brussels, web: https://www.skillqube.com/simulationsprodukte/body-interact/ zuletzt abgerufen am: 10. Juni 2016


SESAM 2016 TEAM

SKILLQUBE präsentierte iSimulate an der SESAM 2016 in Lissabon


 

Das 22. Treffen der Society in Europe for Simulation Applied to Medicine (SESAM), führte das SKILLQUBE Team vom 15. bis 17. Juni 2016 in die portugiesische Hauptstadt nach Lissabon. Über 750 Teilnehmer nahmen an der Konferenz zum Thema medizinische Simulation teil. Unsere Mitarbeiter präsentierten als exklusiver Vertriebspartner in Europa die Produkte der Firma iSimulate. Ein besonderes Highlight war die Produktvorstellung des neuen Simulations Stethoskop AURiS, welches auf enormes Interesse stieß. Unterstützt wurde das Team von Mitarbeitern aus Finnland, Portugal, Niederlande, Frankreich und der Schweiz. Wir freuen uns bereits auf das nächste Treffen 2017 welches in Paris (Frankreich) stattfinden wird.

SESAM 2016


Interview Patientensicherheit

Gemeinsam für mehr Patientensicherheit


 

Patientensicherheit – Skillqube Training im Interview

Thomas Werner ist Leiter von SKILLQUBE Training. Im Interview mit EGESUND erklärt er, warum es im Notfall auf eine effektive Teamarbeit und Kommunikation ankommt.

Patientensicherheit

In medizinischen Notfallsituationen muss schnell gehandelt werden. Die Versorgung kritischer Patienten ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Zeitnot, Leistungsdruck und strenge Hierarchien gefährden die Patientensicherheit und können Menschenleben kosten. Die Zusammenarbeit im Team ist der entscheidende Faktor für den Behandlungserfolg.

Vielen Dank an EGESUND!

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iSimulate ALSi Anwendung

Algorithmus Training für Notfallsanitäter mit ALSi von iSimulate


 

Algorithmus Training  für Notfallsanitäter mit ALSi von iSimulate

Seit dem 01.01.2014 wurde die Ausbildung zum Rettungsassistent durch die Ausbildung zum Notfallsanitäter abgelöst. Durch die Gabe von Medikamenten und den neuen Kompetenzen die dem Notfallsanitäter zugeschrieben werden, wird es immer wichtiger, die einheitlichen Algorithmen im Rettungsdienstbereich theoretisch zu kennen und im Praktischen umzusetzen.

SKILLQube hat für das ALSi von iSimulate die ersten 5 Algorithmen nach den offiziellen Vorgaben der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen/Bremen, programmiert.

Die Szenarien sind mit allen wesentlichen Merkmalen des entsprechenden Algorithmus im Bezug auf die Patientenuntersuchung und die Medikamentengabe, nach den Vorgaben der länderspezifischen Algorithmen, ausgestattet.

Im Paket ist neben dem Szenario ein Skript mit folgenden Inhalten enthalten:

  • Vorbereitung für mögliche Rollenspieler/Simulatoren
  • Beschreibung der Patientensituation und Umgebung
  • Einsatzfax mit Informationen über Einsatzort und Besonderheiten
  • 12 – Kanal EKG mit ausführlicher Auswertung
  • Medikamentenplan des Patienten
  • Dazugehöriger Algorithmus (nach Vorgaben des entsprechenden Präsidiums oder den Arbeitsgruppen)

Exklusiv für die Rettmobil können Sie sich das Szenario Kammerflimmern und ACS auf hessischem Standard kostenlos downloaden.

Hier zum Download