2. Zukunftsforum Rettungsdienst Hamburg

Nach dem großen Erfolg und der mehr als positiven Resonanz wurde im Januar 2017 erneut in Hamburg das 2. Zukunftsforum Rettungsdienst durchgeführt. Den Führungskräften im Rettungsdienst wird ein attraktives Programm mit zukunftsweisenden Vorträgen aus den Themenfeldern Personal, Demografie und Organisation geboten: von Employer Branding bis zur Wirtschaftlichkeit im Rettungsdienst.

Lektionen

The Future of Out-of-Hospital Care Systems: This is how it works (Engl.)

Länge: 31 Minuten

Patient transport, no matter if it is the critical care transfer or the simple transfer of laying patient, is a relevant part of our daily business in the out-of-hospital care sector which requires a lot of resources. The more hospitals are centralized, the more general practitioners retire, the more patient transports will be needed. With traditional dispatching approaches, this challenge won’t be possible to handle. The UK Department of health has addressed this issue by financing the development of an integrated solution that uses the advantages of the shared economy. This is how it works.

Betriebliches Gesundheitsmanagement – was bringt es?

Länge: 30 Minuten

Das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement und dessen Umsetzung ist speziell im industriellen Bereich weit fortgeschritten. In der präklinischen Versorgung fehlt es häufig an der Einsicht zur Notwendigkeit einer nachhaltigen Umsetzung. Wie ermitteln wir tatsächlichen Bedarf? Gibt es evidenzbasierte Ansätze für die Implementierung? Was bringen uns Investitionen in diesem Bereich? Im Rahmen des Vortrages sollen allgemeingültige Handlungsoptionen aufgezeigt und praktische Ansätze der Umsetzung im Rettungsdienst dargestellt werden. Ein spezieller Fokus wird dabei auf physische Entlastung der Mitarbeiter gelegt.

Risikomanagement: Alles unter Kontrolle außer dem Faktor Mensch?

Länge: 42 Minuten

Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg hat sich die Luftfahrt zu einer der sichersten Industrien entwickelt. Das ist nicht nur auf die kontinuierliche Verbesserung der Technik und der regulatorischen Rahmenbedingungen zurückzuführen, sondern in besonderem Maße auch auf die Einführung und Weiterentwicklung des sogenannten Human-Factors-Trainings. Ein zentraler Bestandteil hiervon ist, sich der Fehlbarkeit des Menschen – insbesondere verstärkt durch Einflussfaktoren wie Stress, Gruppendynamik, Kommunikations- und Hierarchiebarrieren – bewusst zu sein, um effektive Strategien im Umgang damit anwenden zu können. Die aktiven Flugkapitäne Carsten Goedicke und Jonas Merkler, beides langjährige Human-Factors-Trainer, geben einen Einblick, wie die moderne Luftfahrt konstruktiv mit Fehlern umgeht. Sie erläutern anschaulich anhand von Beispielen aus der täglichen Praxis, wie bewährte Konzepte ein fehlertolerantes Umfeld schaffen und wie auch andere Industrien von Prinzipien des Human-Factors-Trainings profitieren können.

Gibt es einen Generationenkonflikt im Rettungsdienst?

Länge: 27 Minuten

Welche Generationen treffen im Rettungsdienst aufeinander? Und haben diese konträre Ansprüche und Bedürfnisse im beruflichen Alltag? Um zu sensibilisieren, wie die einzelnen Generationen „ticken“, wird im Vortrag detailliert auf ihre unterschiedlichen Prägungen eingegangen. Was macht sie aus und wie haben sie die jeweilige Nachwuchsgeneration geprägt? Die daraus gewonnenen Erkenntnisse machen deutlich, weshalb Generationenkonflikte entstehen und wie generationengerechtes Führen im Rettungsdienst aussehen kann.

Employer Branding – ein vernachlässigtes Thema im Rettungsdienst?

Länge: 75 Minuten

Ohne Employer Branding keine Zukunft für den Rettungsdienst. Fehlen in der Industrie die passenden Mitarbeiter, reden wir über finanzielle Verluste. Im Rettungsdienst geht es um Menschenleben und um das Funktionieren unserer Gesellschaft. Welche Bedeutung eine attraktive Arbeitgebermarke und eine gute Kommunikation bei der Gewinnung von Mitarbeitern haben und wie der Rettungsdienst sich heute als Arbeitgeber in Position bringt, zeigt der kurzweilige Vortrag. Neben Status quo und Wettbewerbsvergleich werden konkrete Handlungsoptionen und Optimierungsansätze für den Rettungsdienst aufgezeigt.

Der Gemeinde-Notfallsanitäter – ein Konzept zur Effektivitäts- und Effizienzsteigerung des Rettungsdienstes

Länge: 28 Minuten

Seit Jahren steigen die Einsatzzahlen im Rettungsdienst kontinuierlich um ca. 5% jährlich an. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um Steigerungen von Notfalleinsätzen, sondern von Hilfeersuchen jeder Art. Die Antwort darauf ist eine Erhöhung der Bedarfsvorhaltung und ein inflationärer Umgang mit der Ressource Rettungsdienst. Hinzu kommt der spürbare Fachkräftemangel, der eine Vorhalteerhöhung erschwert und durch die quantitative Erhöhung der Einsatzzahlen eine Abwanderung durch Unzufriedenheit in andere Berufe begünstigt. Wir leben im 21. Jahrhundert, bedienen uns aber rettungsdienstlicher Ideen aus vergangenen Zeiten. Der Gemeinde-Notfallsanitäter ist ein Konzept für die Zukunft und sollte schnellstmöglich umgesetzt werden, um die immer knapper werdenden Ressourcen im Bereich der präklinischen Gesundheitsversorgung zu schonen.

Integrierte Versorgungskonzepte – alles im Sinne der Patientensicherheit?

Länge: 37 Minuten

Über die Definition eines Notfalls kann man streiten, es bestehen verschiedene. Einigkeit herrscht darüber, dass es einer sofortigen Versorgung bedarf. Vor weiterer Diagnostik ist oft unklar, ob Lebensgefahr besteht. Ebenso ist nicht erkennbar ob, wie, womit und wie schnell die Lebensgefahr abgewendet werden kann. Dennoch ist es in Deutschland dem Patienten selbst überlassen, an welches System er sich wendet. Er kann sich in eine Notaufnahme begeben, eine Arztpraxis aufsuchen bzw. den kassenärztlichen Notruf anrufen oder den Rettungsdienst verständigen. Die Koordination dieser Institutionen lässt zumeist sehr zu wünschen übrig. Was ist hier zu tun im Sinne der Patientensicherheit?

Zu wenig Rettungsmittel! Wer haftet für etwaige Schäden?

Länge: 30 Minuten

Gibt es Schadensersatz- und ggf. auch Schmerzensgeldansprüche, wenn ein Patient zu lange auf ein geeignetes Rettungsmittel warten muss? Diese Frage versucht Jan Gregor Steenberg, LL.M., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und selber Rettungsassistent und Dipl. Rettungssanitäter HF (Schweiz), in seinem Vortrag zu beantworten. Ein allgemeiner Anspruch auf „rechtzeitige Rettung“ dürfte es nicht geben. Denkbar wären jedoch Ansprüche, wenn „sehenden Auges“ zu wenig Rettungsmittel vorgehalten werden. Die große Frage lautet dann jedoch: Wer wäre der richtige Anspruchsgegner? Der Leistungserbringer, der Träger des Rettungsdienstes, die Kostenträger oder gar der Staat? Diese spannende juristische Frage, die auch auf andere Vorhaltungsprobleme im Rettungsdienst übertragen werden kann, wird durch Jan Gregor Steenberg erläutert und mögliche Haftungsrisiken werden aufgezeigt.